Unterschied zwischen Gel- und Acryl Modellagen

 

Da immer wieder Kundinnen zu mir kommen, die gerne wissen wollen, worin der Unterschied zwischen Gel- und Acrylmodellage liegt, dachte ich ich schreibe einfach mal was in meinem Blog darüber.

 

Leider wird laut meinen Recherchen nach sehr viel Blödsinn im Internet verbreitet und ich bin der Meinung, dass man da einiges Richtig stellen sollte.

 

Ich möchte auch darauf hinweisen, dass es für beide Modellagearten Fürsprecher gibt und es auch jeder für sich rausfinden muss, was für ihn am besten geeignet ist. Ich schreibe hier ausschließlich über meine Erfahrungen und Recherchen.

 

 

Warum Gel in der Nagelschmiede?

 

Ich hatte mich 2009, als ich die Nagelschmiede gegründet habe, direkt für die Gelmodellage entschieden. Einige andere Studios bieten beides an.

 

Die Gel-Methode ist geruchlos und steht schon fertig vorbereitet im Tiegel zur Verfügung. Acryl riecht meist sehr stechend und muss aus Pulver und Acrylflüssigkeit kurz vor der Modellage zusammengemischt werden. Danach hat man nicht viel Zeit die Modellage aufzulegen und zu korrigieren. Das finde ich eher ungeschickt. Das Gel ist solange man es wünscht bearbeitbar. Auch andere Gründe trugen zu meiner Entscheidung bei. Näheres dazu erfahren Sie in den unteren Beiträgen.

 

 

Hier ein bisschen was über Material und Hafteigenschaften:

 

Das Gel bietet verschiedene Phasen an, mit denen man arbeiten kann. Ich lege immer eine Grundierung als Grundlage an, die das darauffolgende Aufbau-Gel mit dem Nagel optimal verbindet. Die Grundierung hat super Hafteigenschaften. Bei der Acrylmethode wird keine Grundierung benutzt, was zwar minimal Zeit spart aber nicht unbedingt optimal für die Anhaftung ist.

 

Gel ist minimal weicher als Acryl, ist aber hart genug um 4 Wochen spielend zu überstehen. Mit Gel ist der Nagel ca. 80% kräftiger als der Naturnagel, was vom Aufbau her mehr als genug ist. Das tolle am Gel ist, dass es eine sehr wichtige Zusatzfunktion hat, nämlich die Flexibilität. Das ist bei weicheren Nägeln besonders wichtig. Die Flexibilität ist auch wichtig im Falle, dass man sich den Nagel anschlägt. Der Naturnagel biegt sich dabei und das flexible Gel biegt sich in ähnlicher Art mit. So kommt es nicht so schnell zu ungewollten Liftings oder Brüchen. Wenn das Material zu hart ist, kann es viel schneller zu Verletzungen kommen. Wenn Stöße oder Schläge zu stark sind, muss das Material irgendwann nachgeben, bevor der Nagel mit samt dem Nagelbett herausgerissen wird. Ich habe schon sehr oft Kundinnen in der Schmiede gehabt, denen solche Unfälle mit Acryl passiert sind, da es ja doch härter und unflexibler ist. Mit Gel habe ich sowas noch nicht erlebt. Ich bin der Meinung, dass die Gesunderhaltung der Naturnägel so gut es geht gewährleistet sein sollte.

 

Der Chemische Unterschied zwischen Gel und Acryl:

 

Acryl enthält das gefährliche Methylmethacrylat (MMA). Es liegt oft bei 80/90 %. Das ist wirklich eine bedenkliche Menge. Warum es gefährlich werden kann entnehmen sie aus dem Focus-Artikel unten im Link.

 

Das Gel enthält einen viel verträglicheren Inhaltsstoff, das sogenannte Ethylmethacrylat (EMA). Es ist das schonendere und edlere Material und ist daher auch etwas teuer.

 

Der Bundesverband der Lebensmittelchemiker/-innern im Öffentlichen Dienst (BLC) in Espenau (Hessen) hat dazu einiges erläutert. Auch das Thema "Acrylnägel befeilen" und "was passiert, wenn man mit Acrylnägeln hängen bleibt". Der BLC rät daher eindeutig zur Gel-Modellage

Hier der Link zum Focus Artikel

 

Verfärbungen und Ablösbarkeit

 

Das Thema Verfärbungen ist auch wichtig. Man sollte wissen, dass sich Acryl in der Sonne und im Solarium gerne gelb verfärbt, während Gel immer gleich bleibt und nicht dazu neigt. Auch mit Meerwasser oder scharfen Putzmitteln muss man mit Acrylnägeln ein wenig aufpassen. Acryl kann sich durch den Kontakt leichter lösen. Es lässt sich mit Absicht mit Aceton ablösen. So wird bei Acrylnägeln eine Re-Modellage gemacht. Sie werden mit Aceton gelöst. Gel lässt sich nicht so leicht ablösen. Man muss es befeilen, was Acryl Befürworter gerne als Nachteil sehen. Ich sehe einen Nachteil die Modellage mit Aceton abzulösen. Nicht selten werden Reste mit Gewalt entfernt. Das richtige Befeilen, ohne den Naturnagel zu beschädigen, ist in meinen Augen sinnvoller. Es muss allerdings gut gemacht werden.

 

 

Die Modellage Vorgänge:

 

Das Feilen:

 

Das Gel ist um einiges leichter zu befeilen als Acryl. Es lässt sich auch ohne Elektrofeile super leicht befeilen, was für Frauen mit einer feinen Nagelplatte sehr wichtig ist. Ein feines Nagelbett ist super empfindlich und tut weh, wenn man zu grob ist beim Feilen. Es gibt auch viele Frauen, die Angst vor der Elektrofeile haben, nachdem sie schon beim Acrylnägel runterfeilen durch die Elektrofeile verletzt wurden. Das Material ist oft so stark, dass man meist nur mit einer stark verzahnten Elektrofeile befeilen kann. Dabei wird, in sehr vielen Fällen, der Naturnagel empfindlich geschädigt. Wunden an einigen Stellen sind keine Seltenheit. Um eine Modellage zur Anhaftung zu bringen, braucht man aber einen gesunden Naturnagel. Leicht angeraut aber nicht kaputt gefeilt.

 

Der Zeitfaktor:

 

Der Faktor Zeit ist natürlich für viele Frauen heute wichtig und daher gehe ich auch darauf kurz ein. Ich brauche für ein normales Refill 1,5 h um alles sauber zu feilen, die Nagelhaut zu bearbeiten und eventuelle Liftings zu beseitigen und Hygienemaßnahmen zu ergreifen.

 

Das Auftragen der verschieden Schichten mit anschließendem zusätzlichem Befeilen zieht ein bisschen von der Zeit ab. Acryl wird oft weniger gründlich befeilt und es wird nur einmal aufgetragen. Das ist natürlich deutlich schneller. Aber in einem guten Studio wird auch sauber gefeilt bei Acryl.

 

Nach der Grundierung mit Gel und dem Aufbau, kommt das darauffolgende Farbgel. Dieses trocknet nicht an der Luft wie die Acrylfarbe, sondern es muss wie die anderen Gelschichten auch, unter UV-Licht ausgehärtet werden. An dieser Stelle ist Acryl wiederum geschickter. Das Farbgel wird zwei mal dünn aufgetragen. Auch dafür braucht es ein wenig Zeit. In dem Punkt ist Acryl schneller.

 

Die Acrylmodellage dauert insgesamt ca. eine 3/4 h bis 1 h während ich mit der Gel-Methode ca. eine halbe Stunde länger brauche. Das Farbgel driftet bei einem Schlag oder Stoß nicht so leicht vom Nagel ab, wie Acrylfarbe was dagegen wieder für die Gelmodellage spricht.

 

 

Aufpassen bei der Modellage-Wahl

 

Wenn sie sich für eine der beiden Methoden entschieden haben, müssen Sie sehr aufpassen, dass Ihnen nichts anderes verkauft wird. Es werden oft Arcyl-Modellagen als Gelmodellage ausgegeben. Das ist schlicht weg Betrug.

 

Sie erkennen die Gelmodellage am fehlenden Geruch (Acryl riecht streng) und man muss nichts anmischen. In dem Moment, in dem gemischt wird, ist es Acryl und muss auch als solches abgerechnet werden. Auch zu diesem Thema finden sie was im oben aufgeführten Focus-Artikel ....hier nochmal der LINK ZUM ARTIKEL . Wenn ich eine Kundin bei mir habe, die sich nicht sicher ist mit welchem Material bei ihr gearbeitet wurde, kann ich es noch beim Abfeilen eindeutig riechen.

 

Ich hoffe, ich konnte mit meinem Blog-Beitrag einige Fragen beantworten. Wenn noch Unklarheiten sind, dürfen gerne über mein Kontaktformular Fragen stellen.

 

Die Nagelformen und ihre Entwicklung

 Hier hab ich mal 12 verschiedene Nagelformen zusammengestellt. Die gängigsten Formen sind zur Zeit die oberen beiden Reihen.

 

In der Schmiede habe ich von 2009-2015 fast nur die "Square-Form" (eckig) bzw. die "squovale Form" gemacht. Das ist die Eckige Form, ein wenig abgerundet. Damals war fast nur French angesagt.

2014-2016 haben sich die Formen "Almond", "Mountain Peak", "Stiletto" und "Ballerina" (siehe Bild oben) durchgesetzt.

In der Schmiede sind zur Zeit "Almond", "Ballerina und "Squoval" die beliebtesten. "Oval" und "Rounded" waren immer in. Sie halten sich seit den 80-ern konstant am Leben. Wenn ich in 2009 einen "Almond" gemacht hätte, hätte man vermutlich gesagt "Omanägel". Auch das Fullcover, dass noch in den 60-ern bis 80-ern in war, war in den 90-ern bis 2015 total out. Mittlerweile lieben es alle wieder. Das sieht wirklich sehr edel aus. Es macht eine super schlanke Hand.

Die Abbildungen in der 3. Reihe sind eher seltene Formen. Z.b. war bereits in den 60-ern der "Edge" und der "Arrow Head" super in, während man in den 80-ern und 90-ern noch den "Flare" gemacht hat.

 

Mittlerweile machen sehr mutige Kundinnen auch gerne den "Lipstick". Das ist dann doch was neueres und was seltenes. Sowie die "Stiletto-Form" ist die "Lipstick-Form" eher unpraktisch. Allerdings gibt es Damen, die damit super geschickt sind. Man muss sich ein paar neue Greif-Tricks angewöhnen und sehr vorsichtig sein. Auch die Berufs und Alltagssituation muss unbedingt vorher berücksichtigt werden.

Der Trend der "Babyboomer"

Was ist ein "Babyboomer" ?

 

Das "Babyboomer-Design" ist schon seit einigen Jahren sehr gefragt. Bei dieser Modellageart geht die Farbe vom Nagelbett schwimmend in die Farbe der Nagelspitze über. Durch diesen sanft-fließenden Übergang sieht der Nagel besonders natürlich aus, also wie ein sehr gepflegter Naturnagel.

 

Diese Modellageart ist besonders für diejenigen geeignet, die beruflich sehr eingeschränkt sind, bzw. es so natürlich wie möglich tragen wollen.

 

Wo kommt der Name her?

 

Der Name "Babyboomer" hat sich über die letzten Jahre etabliert. Er ist auf die ursprüngliche Zielgruppe dieser Modellageart zurück zu führen.

 

Die Kundinnen, die zwischen 1946 und 1960 geboren sind, also in einer sehr geburtenreichen Zeit (Babyboomer-Zeit genannt), wünschen sich sehr häufig unauffällige und sehr gepflegte Nägel. Sie haben dem "Babyboomer" seinen Namen verliehen. Mittlerweile hat der "Babyboomer" auch die Herzen jüngerer Generationen in seinen Bann gezogen.

 

Der Babyboomer in der Schmiede

 

Ich arbeite von Anfang an (2009) mit dieser Modellageart. Allerdings ist die Nachfrage in den letzten Jahren gestiegen. Meine Kundinnen lieben den Wechsel zwischen deckenden Fullcover-Tönen und natürlichen Modellagearten. So wird´s nie langweilig :-)

 

Ich biete die "Babyboomer" mit unterschiedlich Camouflage-Gelen (Nagelbettfarben) an. Vom sehr hellen Milch-Rosé, über Hautfarben, bis zum dunkleren Rosé-Ton kann man hier wählen. Der "Babyboomer-Stil" wird mit Milchweiß modelliert.

 

Wer allerdings einen härteren Übergang zwischen Nagelbett und Nagelspitze wünscht, kann auch zu einem Cremeweiß bzw. ein Polarweiß machen lassen. So wird der "Babyboomer" zu einer normalen "French-Modellage".